Archive

Archive for January, 2009

Consolen-Zugang von MacOS X

January 25th, 2009

Um eine “echte” Console auf einer OSX-Kiste zu bekommen, sprich ohne die GUI, ist kein Voodoo noetig.
Einfach die Login-Preferences auf “Name and Password” aendern, und als Login-Namen
>console eingeben. Ohne Passwort.
Nun beendet sich die GUI, und ein Login-Prompt wie man’s von einem unixoiden System kennt erscheint. Falls das Prompt nicht direkt erscheint, einfach ein paar mal Return druecken.

Um wieder zur GUI zurueck zu kommen, entweder exit oder CTRL-D druecken, um die Shell zu beenden.

Das > ist kein Tippfehler – das gehoert da wirklich hin.

Bitte beachten: nur Usern mit administrativen Rechten ist es erlaubt, sich direkt an der Console anzumelden. Und aufpassen – da kann man richtig viel kaputt machen ;-)

OpenVPN / redirect-gateway

January 19th, 2009

Erstes Posting 2009 erst heute? Nein, ich bin nicht verstorben, ich bin nur verdammt weit weg.

Was tun, wenn der Hotspot-Provider die ganzen interessanten Protokolle sperrt?

Zenbu Wireless z.B. sperrt Protokolle wie SMTP(s) und Jabber. Kerberos geht zwar noch durch, die fuer AFS noetigen Ports sind aber wieder geblockt. Also – was tun?

Wer ein VPN per OpenVPN ins heimische Internet hat, dem sei geholfen: die Konfiguration einfach durch folgende Zeile erweitern, und damit allen Traffic durch’s VPN schieben.
redirect-gateway
Was passiert hier?

OpenVPN erweitert die Routing-Table des Betriebssystems um ein paar weitere Routen. Als erstes sehen wir uns die Table ohne das VPN an.
root@X60s ~ # ip ro sh
10.10.24.0/24 dev wlan0 proto kernel scope link src 10.10.24.119
169.254.0.0/16 dev wlan0 scope link metric 1000
default via 10.10.24.1 dev wlan0

Die default-Route zeigt wie zu erwarten war ueber das Interface wlan0 direkt auf den Router des Hotspot-Providers.
Wenn wir das VPN hochfahren, veraendert sich die Table folgendermassen:
root@X60s ~ # ip ro sh
192.168.253.5 dev tun0 proto kernel scope link src 192.168.253.6
80.190.170.254 via 10.10.24.1 dev wlan0
192.168.253.0/24 via 192.168.253.5 dev tun0
10.10.24.0/24 dev wlan0 proto kernel scope link src 10.10.24.119
172.16.0.0/16 via 192.168.253.5 dev tun0
169.254.0.0/16 dev wlan0 scope link metric 1000
default via 192.168.253.5 dev tun0

Die default-Route wird in das VPN (192.168.253.0/24) gelegt, so dass aller Traffic auch die richtige Destination hat. Um das VPN aber ueberhaupt nutzen zu koennen, fuegt OpenVPN eine Host-Route zum VPN-Gateway (hier 80.190.170.254) ein. Aller Traffic fuehrt also weiterhin zum Hotspot-Provider, ist aber eingepackt in frische handliche VPN-Pakete zum heimischen Gateway.

Jetzt kann er Provider blocken was er will, denn der Traffic ist nicht mehr so einfach aufzuhalten. Um zu sehen, ob der Traffic wirklich durch das VPN faellt, helfen Websites wie ip.tools.interdose.com.

Vorraussetzung fuer diesen ganzen Spass ist natuerlich, dass der Port auf dem das VPN sich verbinden will nicht geblockt ist. Aber auch hier kann man sich behelfen: Port 443 ist nahezu immer offen. ;-)